Lebensbedingungen im Mittelalter [1] Klima Aufgrund naturwissenschaftlicher Erkenntnisse kann man davon ausgehen, dass zwischen 300 und 700 n.Chr. in Mitteleuropa ein feuchtes und kühles Klima herrschte, vom 8. bis zum 13.Jahrundert dann ein warmes und trockenes, wohingegen sich ab dem 13.Jahrhundert die Nachrichten über zufrierende Flüsse und Vordringen von Gletscher häufen, so dass von einer erneuten Wetterverschlechterung auszugehen ist. Straßenverhältnisse In den Gebieten des ehemaligen Römisches Reiches waren die Straßen und Wege verfallen da es keinen Staat mehr gab, der für die Instandhaltung sorgte. In anderen Gebieten war der Straßenbau dem jeweiligen Stadt- oder Landesherren überlasssen, daher waren die Straßen von sehr unterschliedlicher Güte. Und schließlich konnte man unterwegs jederzeit von Räuber und Wegelagerern überfallen werden. Übermittlung von Nachrichten Reitende Boten konnten maximal 30 - 40 km am Tag zurücklegen, weshalb die Menschen von vielen Ereignissen, die sich in entfernten Gebieten, etwa in einer Königspfalz abspielten, erst mit großer Zeitverzögerung Kenntnis erhielten. Analphabetentum Die Schulen des Römischen Reiches verfielen mit dessen Untergang. Damit nahm das Analphabetentum ab dem 5.Jahrhundert immer weiter zu, so dass in der Karolingerzeit (751 - 911) in Mitteleuropa fast nur noch Mönche und Priester lesen und schreiben konnten. Selbst der Adel war dazu überwiegend nicht mehr fähig. Ab dem 12.Jahrhundert nahm das Analphatebtentum wieder ab und die Bildung zu. Im 14. und 15.Jahrundert konnte man in vielen deutschen Städten wieder lesen, schreiben und rechnen lernen. Mündliche Überlieferung Für den Alltag war es wichtiger ein guter Bauer zu sein, um zu überleben, aber nicht nötig, lesen und schreiben zu können. Daher spielte die mündliche Weitergabe von Erlebtem und Erfahrenem an die nächste Generation eine große Rolle. Da die meisten Menschen nicht einmal wussten, in welchem Jahr sie geboren waren, kann man sich vorstellen, dass zeitliche Festlegungen in solchen Erzählungen nur ungefähr und ungenau waren. Tagesablauf Genau wie die Jahreszeiten die gemeisam mit dem Wetter den Ernteertrag und damit den Speisezettel des einfachen Menschen diktieren wurde auch der Tagesablauf von der Natur bestimmt: Da es zur Beleuchtung nur Talglichter gab (in reichen Häusern auch kostbare Wachskerzen) war die Nacht dunkel - es gab, was für uns selbstverständlich ist, keine Beleuchtung des Dorfes oder der Straßen; der Tag begann bei Sonnenaufgang und endete bei Sonnenuntergang. Zeiteinheiten Nur im kirchlichen Bereich brauchte man genauere Zeiteinheiten um die Stundengebete verrichten zu können. Die Zeiteinheiten hießen MATUTIN (morgentlich), PRIM (erste Stunde), TERZ (3.Stunde), SEXTA (6.Stunde), NONA (9.Stunde), VESPERA (Abend) und COMPLET (Ende). Die ganze Uhr mit 24 gleich langen Stunden wurde erst in den 20er Jahren des 20.Jahrunderts eingeführt! Lebenserwartung Besonders durch hohe Kindersterblichkeit lag die durchschnittliche Lebenserwartung bei ca. 30 Jahren. Angehörge der Unterschicht starben früher als die der höheren Schichten, weil sie Hungersnöte sehr viel schlechter überstehen konnten. Wer Kindheit und Jungend lebend überstand konnte mit einer Lebenserwartung von 44 Jahren bei Frauen und 47 Jahren bei Männern rechnen. Körpergröße Könige und Adlige brachten es auf 1,75 bis 1,80 m Körpergröße, Angehörige der Unterschicht waren kleiner und zum Ende des Mittelalters ging die Körpergröße allgemein zurück, was man auf die Pestwellen und andere Krankheiten zurückgeführt hat, sowie auf die unhygienischen Behausungen in den Städten, in denen im Spätmittelater wesentlich mehr Menschen lebten als im Frühmittelalter. Krankheiten Die ansteckenden Krankheiten wie Pest, Cholera, Typhus und Lepra waren geführchtet. Besonders die Pest, die in vielen Städten "ideale" Brut- und Übertragungszentren fand, forderte Opfer. Lungentuberkolose und andere Mangelkrankheiten wie Rachitis kamen nicht selten vor, ebenso rheumatische und epileptische Erkrankungen. Gegen Sehschwäche oder Blindheit war man in Hochmittelater machtlos, denn die ersten Brillen entwicklete man im 14. Jahrundert. [1] Marina Hartmann "Mittelalterliche Geschichte studieren", UVK Verlagsgesellschaf